19.07.2021
Der Sommer und die Lilien

Eine Kolumne von Dorothee Michler

„Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen“ (Matthäus 6,28). So empfiehlt es Jesus. Der Blick auf die Pracht von Blumen und Gräsern soll uns vor allzu ängstlicher Sorge bewahren. Stattdessen sollen Gelassenheit, Zuversicht und Gottvertrauen wachsen. Die Lilien sind mit ihrer anmutigen Schönheit kaum zu überbieten. Und so ist es kein Wunder, dass viele Menschen von ihrer Strahlkraft begeistert sind und diese außergewöhnliche Blume nicht zuletzt voller Symbolik steckt. Gerade die strahlendweiße Lilie entwickelte sich zu einem wichtigen Mariensymbol. Die weiße Lilie steht für das Licht und sie sollte mit viel Herz weitergetragen werden. Die Verbindung von Lilie und der Gottesmutter Maria finden Sie auf vielen Gemälden des Mittelalters. Die meisten Lilien-Sorten haben ihre Blütezeit genau jetzt. Wenn wir die Lilie verschenken, bringen wir dem Beschenkten damit Hochachtung, Zuneigung und Würde entgegen. Die Lilie als Tattoo kann auch die Liebe zu Gott ausdrücken und den eigenen Glauben spiegeln. Was können wir also von den Lilien für die Sommerzeit lernen? Nun vielleicht dieses: Dass wir Stunden der Muße finden, Ruhe, sich mit anderen, mit uns selbst und vielleicht auch Gott - auszutauschen. Wachsen geschieht allmählich und im Licht. Das gilt für die Lilien genauso wie für uns und unser Herz. Ich wünsche uns und Ihnen allen, dass unsere Herzen und Sinne wachsen mögen im Vertrauen auf Gottes Fürsorge und seine Begleitung.

Dorothee Michler ist Pfarrerin im Kirchenkreis Niederlausitz  


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