25.10.2023
Harmonie für einen Zweck: Beeindruckendes Benefiz-Chorkonzert begeistert in Herzberg

In Herzbergs Stadtkirche St. Marien weckte ein eindrucksvolles Benefizkonzert Ehrfurcht und Solidarität, um historische Orgeln zu retten. Musikliebhaber versammelten sich in diesem alten Heiligtum, verbunden durch die Magie der Musik und einen gemeinsamen Zweck.

In den historischen Mauern der Stadtkirche St. Marien in Herzberg, einem sakralen Bau, der bereits seit Jahrhunderten als spirituelles Zuhause und musikalisches Refugium dient, hallte gestern eine besondere musikalische Botschaft wider. Unter den kunstvoll gewölbten Decken und umgeben von jahrhundertealten Kunstwerken, deren Details im sanften Schein der Nachmittagssonne, die durch die bunten Kirchenfenster fiel, zum Leben erweckt wurden, fand ein beeindruckendes Benefizkonzert statt. Dieses wohlüberlegte und herzlich inszenierte Event hatte ein nobles Ziel: die dringend benötigten Restaurierungsarbeiten an der historischen Gerhardt-Orgel in der Stadtkirche St. Catharina in Elsterwerda zu finanzieren und gleichzeitig den Erhalt sowie die liebevolle Pflege der Rühlmann-Orgel in der Stadtkirche St. Marien in Herzberg sicherzustellen.

Vom ersten Moment an war es klar, dass dieses Konzert mehr als nur eine musikalische Darbietung sein würde; es war ein Aufruf zur Aktion, eine Gemeinschaft, die sich durch die Kraft der Musik vereint, um ein bedeutendes kulturelles Erbe zu bewahren. Am Sonntagnachmittag, dem 15. Oktober, öffnete die Kirche ihre Türen für Besucher, die gekommen waren, um einer Auswahl klassischer Stücke von Komponisten wie César Franck, Salomon Jadassohn, Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms zu lauschen, präsentiert vom Vokalensemble Elbe-Elster unter der fachkundigen Leitung von Werner Mlasowsky. Das Konzert zog eine bemerkenswert große und vielfältige Schar von Musikliebhabern an. Familien mit Kindern, die aufgeregt flüsterten; ältere Paare, die Hand in Hand kamen, ihre Augen leuchteten mit Erinnerungen an vergangene Konzerte; junge Erwachsene und ältere Musikliebhaber, die die Gelegenheit nutzten, sich in der klassischen Musik zu verlieren und gleichzeitig einen Beitrag für den Erhalt der wertvollen Instrumente zu leisten. Die Gemeinde Herzberg und die umliegenden Gebiete zeigten eine überwältigende Unterstützung, ein Zeugnis für die tief verwurzelte Wertschätzung der kulturellen Schätze der Region und die gemeinsame Verpflichtung, diese für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Luft war erfüllt von einer Mischung aus Vorfreude und Ehrerbietung, einem gemeinsamen Verständnis, dass jeder Anwesende Teil von etwas Größerem war - einer kollektiven Anstrengung, die Geschichte, Kunst und Gemeinschaft in der universalen Sprache der Musik vereinte. Es war nicht nur ein Konzert; es war eine harmonische Coda, die Menschen aus allen Lebensbereichen zusammenbrachte, um die Klänge der Vergangenheit zu bewahren und eine Zukunft voller Musik und Kultur zu gewährleisten.

Als die ersten Noten durch das heilige Gewölbe der Stadtkirche St. Marien in Herzberg drangen, war es, als ob die Zeit stillstand und eine Atmosphäre von Ehrfurcht und Anteilnahme die Luft erfüllte. Die Konzertbesucher, eingehüllt in eine fast greifbare Stille, folgten der herzlichen Bitte, ihren Beifall bis zum Ende der Aufführung zurückzuhalten. Diese respektvolle Stille betonte die erhabene Akustik der Kirche. Jeder Ton, jede gesungene Note und jede gespielte Melodie des vier- bis achtstimmigen Chores sowie der musikalischen Darbietungen von Elke Bachmann an der Blockflöte, Solveig Lichtenstein an der Orgel und Carola Laube am Violoncello wurden in dieser Stille geboren und erreichten die Herzen der Anwesenden in ihrer reinsten Form. In dieser einzigartigen Atmosphäre kamen die ergreifenden Darbietungen von "Alleluja. Lobt Gott in seinem Heiligtum" und "Ich hebe meine Augen auf" besonders zur Geltung. Diese Stücke, bekannt für ihre spirituelle Tiefe, schienen das Publikum auf eine transzendente Reise zu führen, in der die Musik direkten Zugang zur Seele fand und eine kollektive Erfahrung von Intensität und innerer Reflexion schuf. Dann, mit "O vos omnes" von Pau Casals, wurden die Zuhörer in einen Raum der Empathie und des gemeinsamen menschlichen Leidens versetzt. Die lyrische Frage "O ihr alle, die ihr vorbeigeht, merkt auf und seht: ob ein Schmerz ist gleich meinem Schmerz" hallte in den Herzen aller wider und schuf eine Verbindung, die über das bloße Zuhören hinausging.

 

Als das Konzert sich seinem Ende zuneigte, sammelten sich die Zuhörer im Geiste, um den Segensworten von Superintendent Chistof Enders zu lauschen, dessen Botschaft der Hoffnung und Gemeinschaft wie ein warmes Leuchten die Kirche erfüllte. Die anschließende, gefühlvolle Aufführung des "Abendlied - Bleib bei uns" von Rheinberger bot Trost und eine sanfte Erinnerung an die beständige Gegenwart des Göttlichen, auch in Zeiten der Dunkelheit. Schließlich hinterließ das abschließende "Choral Amen in F" für den achtstimmigen Chor ein tiefes Gefühl von Gemeinschaft, Verbundenheit und Hoffnung unter den Anwesenden. Die letzten Noten verweilten, eine sanfte Einladung zur stillen Reflexion und zum gemeinsamen Engagement für die Musik und das Erbe, das sie zu bewahren versammelt hatte. Die gesammelten Mittel dieses nachmittäglichen Benefizkonzerts, das in der atemberaubenden Kulisse der Stadtkirche St. Marien stattfand, sind zweifellos ein Segen und eine wesentliche finanzielle Unterstützung für die dringend benötigten Restaurierungsarbeiten an den historischen Orgeln. Doch das Echo dieses Ereignisses hallt weit über die monetäre Unterstützung hinaus. Dieses Event war nicht nur eine Darbietung musikalischer Exzellenz, gekennzeichnet durch die atemberaubenden Leistungen der Musiker und des Chores, sondern auch ein leuchtendes Beispiel für die Kraft der Gemeinschaft, die sich vereint, um das kulturelle Erbe zu schützen und zu bewahren.

Der Erfolg des Konzerts betonte die kollektive Wertschätzung der Bewohner und der breiteren Gemeinschaft für ihre musikalischen und kulturellen Wurzeln. Die begeisterten Zuhörer, viele mit strahlenden Gesichtern und funkelnden Augen, verließen die Kirche nicht nur in freudiger Erwartung weiterer musikalischer Veranstaltungen, sondern auch mit einem erneuerten Gefühl der Hoffnung und dem befriedigenden Wissen, dass ihr Beitrag, egal ob groß oder klein, einen konkreten Unterschied machen wird. Dieses Bewusstsein für einen gemeinsamen Zweck und die aktive Teilnahme an der Bewahrung eines so wesentlichen Teils ihrer kulturellen Identität schmiedete eine noch stärkere Bindung innerhalb der Gemeinschaft. Mit den erzielten Spenden, die bereitstehen, um eine signifikante Wirkung zu entfalten, und den Melodien, die in ihren Herzen weiterleben, schauen die Anwesenden und Förderer nun hoffnungsvoll nach vorn. Sie erwarten weitere Momente der Inspiration und freuen sich auf die vollendete Wiederherstellung der geschätzten Orgeln, die ihnen so am Herzen liegen.

Text: Saskia Bugai; Foto: Torsten Jachalke


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