13.04.2022
Gott sei Dank, die Osterkerze ist da.

Auf ein Wort  - von Superintendet Christof Enders

Gott sei Dank, die Osterkerze ist da! Die Tage vor Ostern verlangen den Kirchengemeinden im Landkreis logistische Höchstleistungen ab. Gemeindesekretärin Doris Aust aus dem evangelischen Gemeindebüro Bad  Liebenwerda kann hier mit Erfahrung und viel Humor punkten. Aber: jede Osterkerze ist eine Einzelanfertigung. Dafür braucht es Zeit.

Das Projekt „Osternacht“ ist für die Kirchengemeinde Bad Liebenwerda keine Routine. In Liebenwerda trafen sich in den 90er Jahre Jugendliche sehr früh am Ostermorgen. Später gab es am Vorabend des Ostersonntages oft ein Gospelkonzert. Aber erst im letzten Jahr hat die Gemeinde begonnen, die Osternacht als besonders feierlichen Nacht-Gottesdienst mit einer echten großen Osterkerze zu feiern.

Doris Aust ist in dieser Sache besonders versiert. Sie arbeite zwar in dem evangelischen Gemeindebüro, ist aber eigentlich katholisch. Manchmal hat sie mit den spontanen Ideen ihrer „evangelischen Geschwister“ so ihre Mühe. In der katholischen Kirche wird die Osternacht „immer schon“ gefeiert, sagt sie, „da sind schon meine Großeltern hingegangen.“  Ihrer langen Erfahrung und der gute Vernetzung ist es jetzt zu danken, dass die Osterkerze pünktlich in Liebenwerda angekommen ist. Hergestellt wurde sie in der Wachszieherei beim Kloster Rosenthal. Sie stammt also aus dem katholischen Sorbenland bei Hoyerswerda. Die meisten Bestellungen waren durch den dortigen Firmenchef Jörg Weber schon abgearbeitet. Die „Kerzen-Saison“ ist vor Ostern eigentlich beendet. Auf Wunsch der Liebenwerdaer wurde diese Kerze nun extra noch angefertigt!

Über zehn Kilo bringt so eine durchschnittliche Osterkerze auf die Waage. Das hängt natürlich vom Modell ab. Es gibt welche, die sind nur 60 cm hoch und entsprechend leichter, manche bringen es aber auch auf stattliche 1,5 m. Demensprechend stabil muss dann auch der Träger der Osterkerze gebaut sein. In der Feier wird sie nämlich in die vollkommen dunkle Kirche getragen. Mitten ins Dunkle erklingt zarter Solo-Gesang. Dabei zieht die Kerze ein. Ein Chor nimmt den Gesang auf. Licht wird von der Osterkerze abgenommen und an die Besucher austeilt. Stück für Stück erhellt sich der ganze Raum, der Gesang schwillt an, die Orgel kommt dazu, dann sogar noch die Glocken und schließlich singt die ganze Versammlung den Osterjubel „Christ ist erstanden!“ – In die dunkle Welt soll ein Licht der Freude kommen, so die Botschaft. „Die Osternacht ist das höchste christliche Fest“, sagt Doris Aust sichtlich begeistert. „Osternacht ist Auferstehung.“ Und es ist nicht nur dieser eine besondere Moment, sondern „die ganzen Tage: Gründonnerstag und die Grabesstille von Karfreitag - das alles gehört dazu und führt zu Ostern und Ostern beginnt in der Nacht.“

Die Vorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen. Gestaltet wird der Gottesdienst von Kantorin Dorothea Voigt und dem Kirchenchor. Es wirken Lektorinnen und Lektoren mit, Pfarrer Torben Linke und Superintendent Christof Enders. Kerzenträger ist Werner Barth. Doris Aust wird übrigens nicht in Liebenwerda mit dabei sein. Sie besucht die katholische Osternachtsfeier in ihrer Heimatgemeinde.

Information

Die sogenannte Kar-Woche, die Woche vor Ostern, geht den letzten Tagen im Leben Jesu nach.

Palmsonntag:    Unter dem Jubel der Bevölkerung zieht Jesus in Jerusalem ein. Er vermutet schon, dass er hier wahrscheinlich umgebracht werden wird.

Gründonnerstag: Jesus feiert zum Abschied mit seinen Freunden ein abendliches Festmahl. „Grün“ kommt eigentlich von „grein / greinen“ und bedeutet „weinen. Noch in der Nacht wird Jesus verhaftet.

Karfreitag:         Jesus wird als Aufrührer verurteilt und von der römischen Besatzungsmacht vor den Toren der Stadt gekreuzigt. Es ist der 14. April im Jahr 33.

Sonnabend:      Es herrscht Grabesruhe. Die Freunde von Jesus sind deprimiert und verängstigt.

Sonntag:            Zwei Frauen gehen zum Grab und finden es offen und leer. Später bildet sich die feste Überzeugung, dass Jesus auferstanden ist. Tod, Gewalt und Vernichtung haben nicht das letzte Wort. Die Liebe siegt und die Freunde Jesu haben wieder Mut und Zuversicht. Für Milliarden von Menschen in hunderten Generationen wurde das zum Hoffnungsbild ihres persönlichen Lebens.

Auf der Kerze finden sich zwei Buchstaben. Jesus ist „A und O“, Anfang und Ende. Die Buchstaben sind eigentlich Anfang und Ende des griechischen Alphabets.

Osternachtsfeiern im Landkreis (16.4.2022)

20 Uhr Mühlberg, Frauenkirche

21 Uhr Bad Liebenwerda, St. Nikolai

21 Uhr Stolzenhain, Dorfkirche

22 Uhr Doberlug, Klosterkirche

23 Uhr Finsterwalde, Trinitatiskirche


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