20.11.2019
Ein Fest der Sinne und Besinnung

Haydns Schöpfung" in Herzberg und Elsterwerda. Dass der Süden Brandenburgs kulturell durchaus eine eigenständige Qualität aufweist, ist in der Vergangenheit schon oft unter Beweis gestellt worden. Vor allem die Kirchenmusik wird hier seit Jahrzehnten in hervorragender Weise gepflegt und hat mit Voigt, Mlasowsky, Hendel und Lichtenstein Namen bekommen. 

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Am 14.9. in Herzberg und am 15.9.2019 in Elsterwerda wurde wiederum ein musikalischer Meilenstein gesetzt - die Aufführung der "Schöpfung" von Joseph Haydn.

Die Erschaffung der Erde in sieben Tagen ist theologisches Thema schlechthin. Ihre Erhaltung wird und muss zur Aufgabe ihrer Bewohner werden. So auch Pfarrerin Marie-Luise Zott und Superintendent Enders bei ihren Begrüßungen.

Diesem Rechnung tragend, erklang zu Beginn "The unanswered Question" von dem amerikanischen Komponisten Charles Ives. Die unbeantwortete Frage - gilt sie heute?

Musikalisch mit außergewöhnlicher Besetzung und voller Disharmonien - also unbeantwortet.

Ein guter Gedanke; die Stille in der voll besetzten EIbe –Elster-Halle war Besinnung. Besinnung auch die Werke der Schülerkunstkurse, die das Schöpfungsthema und die Gefährdung der Erde in teilweise künstlerisch und inhaltlich sehr nachdenkenswerter Weise umgesetzt haben.

"Gottes Träne" - soll dafür beispielhaft genannt sein.

Und dann Musik für die Sinne!

Vor 220 Jahren wurde in Wien die "Schöpfung" des 67 - jährigen Haydns uraufgeführt - heute vermag sie ebenso zu fesseln wie damals. Ob dies in der heutigen Zeit mit ihren massenhaften digitalen Ablenkungen so bleibt? Mitwirken scheint eine Lösung zu sein. Und so wurde der Gedanke von Kantorin Dorothea Voigt Wirklichkeit: Kinder und Jugendliche haben die "Schöpfung" getanzt. Unter Leitung des griechischen Choreographen loannis Avacounmidis aus Cottbus wurden zur Musik und zu den Texten dieses Oratoriums Tanzelemente entwickelt und umgesetzt. Und diese Tänzerinnen waren voll bei der Sache! Haydn hätte gewiss ebensolche Freude daran gehabt wie das Publikum.

Und musikalisch? Besprochen ist die Aufführung in Elsterwerda : Es war ein voller Erfolg!

Unter Leitung der Kantorinnen Dorothea Voigt aus Bad Liebenwerda und der Solveig Lichtenstein aus Herzberg spielte ein Orchester, das Musiker aus Leipzig, Dresden und Halle vereinte, ein ganz hervorragender Pianist, Prof. Eckard Kuper aus Hannover und Leipzig, sang ein Chor der Kantoreien Bad Liebenwerda, Elsterwerda und Herzberg und das Elbe-Elster- Vokalensemble und die Solisten aus Leipzig und Lübeck.

Stephan Creuzburg

 

Seit Januar 2019 studierten ca. 100 Sängerinnen und Sängern aus der Region das wunderschöne, klangvolle und bildhafte Oratorium über die „Schöpfung“ von Joseph Haydn ein. Kirchenkreis, Landkreis und Sparkassenstiftung, EnviaM und viele Privatpersonen förderten das Projekt finanziell. 

50 Kinder aus Falkenberg, Finsterwalde und Elsterwerda tanzten zu dieser Musik und gewannen dadurch einen Bezug zu dieser ihnen zunächst fremden Musik – finanziert vom Bundesprogramm „Kultur macht stark“.
An verschiedenen Schulen bereiten einige Kunstkurse eine Kunstausstellung, aber auch Requisiten und Kostüme für die Aufführung vor. Und ganz toll ist, dass auch Schüler  in verschiedenen Unterrichtsprojekten sich kreativ mit dem Thema „Staunen über die Natur“ und „Bewahrung unserer Welt“ – also heute relevanten Themen auseinandersetzen!

Nun wurden  diese verschiedenen Projekte in zwei unvergesslichen Aufführungen am 14. 19 Uhr in der Marienkirche Herzberg und am Sonntag, 15. September 2019, 17 Uhr in der Elbe-Elster-Halle Elsterwerda zusammengeführt. Fast 200 Menschen standen „auf der Bühne“, um singend, spielend und tanzend/darstellend ein klassisches Werk in einem neuen Gewand erleben zu lassen.

 

 

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