04.03.2021
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Wunderbau und Gottes Geheimnis von Kantor Ronny Hendel

Sie ist laut; rast, jubelt, triumphiert. Sie ist leise; schmeichelt, säuselt, bezirzt. Sie über-wältigt. Keine Gefühlsregung ist ihr fremd und manchmal nervt sie auch ein bisschen. Hin und wieder setzt ihr das Wetter zu und sie wird launisch, wie eine Diva, wie eine Königin: wie die Königin der Instrumente. Sie, die Orgel, wurde gekrönt von den Musikräten verschiedener Bundesländer zum „Instrument des Jahres 2021“. Diese Auszeichnung soll bundesweit seit 2008 verschiedene Instrumente in das Blick- bzw. Hörfeld der Öffentlichkeit rücken, die bisher weniger Beachtung fanden und wo es nicht so einfach ist Nachwuchs zu finden.

„Orgeln sind Wunderbaue, Tempel, von Gottes Hand beseelt, Nachklänge des Schöpfungsliedes.“ (Johann Gottfried Herder)Jede Orgel ist ein Unikat und ist ein „Wunderbau“ wegen der Komplexität der Tonerzeugung. Jede Orgel hat ihre baulichen und klanglichen Besonderheiten, die im Zusam-menhang mit der Umgebung stehen, in der sie gebaut sind. Nun gibt es in unserer Gegend vielleicht eher manch eine Gräfin oder Baronin, aber alle wollen sie bedient werden. Und das, um selbst angemessen dienen zu können. Denn diese Hoheiten stehen selbst ganz im Dienst, im Dienst der Verkündigung der Fro-hen Botschaft. Sie sind untrennbar mit unseren Kirchengebäuden verbunden und dort befinden sie sich sehr oft gegenüber dem Altar. Daraus ergibt sich ein Dialog zwischen dem gesprochenen Wort und der Musik. Manchmal thronen sie auch, wie in der Dresdner Frauenkirche oder in Großenhain, über dem Altar. Das versinnbildlicht das sich gegenseitig Stärkende und die Überhöhung oder Erhebung des Wortes. Die Musik kann das gesprochene Wort nachhallen lassen und vertieft es. Und das ist auch das Wesentliche bei der Begleitung der singenden Gemeinde. Bekanntlich prägt sich ein Text in Verbindung mit Musik leichter ein und lässt sich über diese Verbindung sehr leicht auch nach längerer Zeit wieder abrufen. Die Musik kann dem Text Nachdruck verleihen und verbindet ihn unmittelbar mit der Gefühlsebene.Das Alles kann nur geschehen, wenn alle Teile, von der kleinsten Schraube bis zur größten Pfeife perfekt zusammenwirken. So ähnlich wie es sich mit der Kirche als Leib mit vielen Gliedern verhält.

Zum Schluss noch ein Zitat von Karl Lehmann, der es schön zusammenfasst, was das Wesen des Instrumentes „Orgel“ ausmacht:„Die Orgel ist den Hörenden eine behutsame Predigerin und Missionarin, die tiefer in das Geheimnis Gottes hineinführen kann.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie beim nächsten Hören originaler Orgelklänge tiefer in das Geheimnis Gottes hineingeführt werden. Ihr Kirchenmusiker Ronny Hendel

Wenn Sie mögen, können Sie dem Geheimnis auch nachspüren, bei den „Orgelmusiken am Abend“ Und damit dies auch bald wieder in der Kirche St. Catharina in Elsterwerda möglich ist, können Sie für die Restaurierung der Orgel spenden. http://www.foerderkreis-catharina-orgel.de oder kontaktieren Sie mich.

Den Abend mit Musik beginnen. Ohne viele Worte, einfach da sein und hören. Man kann kommen und gehen. 30 Minuten Zeit für Gott und Zeit für ein inneres Gespräch. Kantor Ronny Hendel lässt die Orgeln erklingen jeweils dienstags, 18:30 Uhr - 19:00 Uhr

20. April Hohenleipisch

27. April Stolzenhain

04. Mai Prösen

11. Mai Dreska

18. Mai Plessa

25. Mai Hohenleipisch

Die Spenden der Orgelabende sollen zu 50% für die Sanierung der Orgel in der Stadtkirche St. Catharina verwendet werden.

 




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