01.04.2021
Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht am Ende

Ein Beitrag von Annegret Doms

Es ist feucht und kalt an diesem Märztag. Ich habe gleich Religionsunterricht, aber noch ist Pause und ich stehe mit zwei Kolleginnen fröstelnd auf dem Schulhof. Wir unterhalten uns so gut es geht durch unsere FFP2-Masken hindurch. Über das trübe Wetter. Über die Nachrichten, die uns über steigende Infektionszahlen und die Probleme mit dem Impfstoff Astrazeneca informieren. Man hört nichts anderes mehr! Wir sind uns einig: das alles schlägt uns langsam auf´s Gemüt. Dass wir auf das zweite Corona-Ostern zu steuern, macht die Sache nicht besser. Ob wenigstens das Wetter freundlicher wird? Inzwischen ist die Pause vorbei, wir müssen die Kinder einsammeln. Eine sagt noch schnell: „Wird schon gut werden“. Eine andere antwortet: „Und wenn´s noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende!“
            Später merke ich: das ist ein österlicher Satz! Ich denke an die Geschichten, die zum Osterwochenende gehören. In ihnen ist zunächst gar nichts gut: Jesus feiert mit seinen Freunden, aber fröhlich sind sie nicht. Denn er spricht von Verrat und Tod. Wenig später tritt ein, was er geahnt hat: Verrat ermöglicht die Verhaftung. Was folgt ist grauenhaft: Verhöre und Schläge, Blut und Schmerzen, Hohn, Spott und schließlich das Sterben. Aber die Geschichte ist nicht zu Ende. Sie geht weiter. Freundinnen und Freunde von Jesus begegnen ihm, dem Totgeglaubten. Und ahnen: Gott liebt das Leben. So sehr, dass er die Menschen nicht dem Tod überlässt. Er bleibt auf jeden Fall mit ihnen verbunden. Und das ist gut. Richtig gut.
            Wir werden glücklicherweise nicht verfolgt wie Jesus damals. Trotzdem rührt uns Ostern an. Lässt uns hoffen auf Gott, der unser Leben bewahren wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest!