23.12.2020
"Übrigens ..."

Hilft beten?

Hilft beten? Eine große überregionale Wochenzeitung hat Christen, Muslime, Juden und Atheisten diese Frage gestellt und die Antworten in der vergangenen Woche veröffentlicht. Mir ist aufgefallen, dass angesichts der verschiedenen Lebenssituationen und religiösen Einstellungen, die Unterschiede in den Antworten gar nicht so groß waren. Auch die Befragten, die an keinen Gott glauben, finden in einem Gebet - oder einem inneren Dialog - etwas Kraftspendendes. Die Busfahrerin, den Politiker, den Krankenpfleger, den Vorstandschef und die Fleischereiverkäuferin eint die Gewissheit, dass beten - wie auch immer gestaltet - Trost, Kraft und Ruhe spenden kann. Beten darf aber gerade in Zeiten wie diesen nicht verzweckt werden. Eine Theologin sagte: „Gott ist kein Prayomat, der meine Wünsche erfüllt. Beten hat vielmehr einen Wert an sich.“ Und Bodo Ramelow, der Thüringische Ministerpräsident, formuliert es so: „Nein, Gott antwortet nicht auf Anweisung. Es gibt nur die gemeinsame Kraft, die im Gebet entsteht.“ Davon bin auch ich überzeugt. Beten ist nicht immer leicht. Ich bin dankbar, dass ich zu einem Gott beten kann. Dennoch weiß ich, dass Gebete allein nicht reichen, um betroffenen Menschen zu helfen. Ich hoffe aber, dass auch diejenigen, die ich in meine Gebete einschließe, Zuversicht, Hoffnung und Trost spüren.   

Franziska Dorn, Pressebeauftragte im Kirchenkreis Niederlausitz