08.02.2021
"Übrigens ..."

Valentin und die Liebe

Am 14. Februar ist Valentinstag, ursprünglich ein Heiligentag der katholischen Kirche. Über den historischen Valentin ist wenig bekannt. Er lebte im 3. Jahrhundert in Rom und starb als Märtyrer. Die ersten Erwähnungen des Valentinstages im Zusammenhang mit romantischer Liebe stammen aus dem England des 14. Jahrhundert. Dort wurde es dann auch üblich, den Liebsten Grüße zum Valentinstag zu schicken. Dieses Jahr fällt der Valentinstag auf einen Sonntag. Und ob nun Zufall oder göttliche Fügung – just an diesem Sonntag wird in evangelischen Kirchen das sogenannte “Hohelied der Liebe” gelesen, ein Abschnitt aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther, von dem besonders der letzte Vers bekannt ist: “Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.” Nun meint Paulus damit nicht allein die Liebe zwischen zwei Partnern, aber die doch wohl auch. Denn so weltfremd war Paulus nicht, auch wenn er selber unverheiratet war, dass er nichts von der erotischen Liebe gewusst hätte. In demselben Brief rät Paulus nämlich Paaren auch, sie sollten höchstens vorübergehend auf körperliche Intimität verzichten, damit sie nicht anderweitig in Versuchung kommen. Vielleicht besuchen Sie ja dieses Jahr zur Feier des Valentinstags mit Ihrem Liebsten / Ihrer Liebsten einen Gottesdienst und hören dort die Lesung aus dem 1.Korintherbrief: “Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht...”

Astrid Schlüter ist Pfarrerin in Altdöbern