23.03.2021
Aber

Ein Beitrag von Kerstin Höppner-Miech

Die Pandemie verändert viel. Oft wird das Negative betont. Aber es gibt auch Gutes. Start-Ups gründeten sich und arbeiten bis heute mit Gewinn. Betriebe schaffen gute Arbeitsbedingungen mit Heimarbeit und anderem. Kirchengemeinden gehen online, um mit ihren Gemeindegliedern in Kontakt zu sein. Fortbildungen fallen nicht aus, sondern finden digital statt. Vielleicht ist das Schwierige an unserer Situation, dass egal, was einer sagt oder tut, immer ein anderer aufsteht und sagt: ABER. Ja, es ist beides da: großes Leid und psychische Belastung. Und zugleich gibt es Positives. Wir hätten es alle gerne einfach. Aber so ist unsere Welt nicht. Es gibt Glück und Leid, es gibt Gewinner und Verlierer – gerade in dieser Pandemie. Sie wird Folgen haben, die uns auf Jahre beschäftigen werden. Da muss es Menschen geben, die ein ABER rufen und die Perspektive groß halten: auf den ganzen Globus. Die Impfchancen betreffend, Klimagerechtigkeit usw. Die Passionszeit – in der die Kirchen sich mit Jesu Leiden und dem Leiden dieser Welt beschäftigen - führt uns eigene und fremde Abgründe vor Augen. Keiner kann sich ausnehmen. Die bösen Gedanken, das Verurteilen, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal anderer, die Haltung ‚Nach mir die Sintflut‘. Das erschreckt. Geht die Solidarität verloren? War sie jemals da? Wir haben von unseren Eltern und Großeltern eine Welt geerbt, und es soll auch nach uns weitergehen. Wir stellen heute die Weichen für die Zukunft. Schauen wir, dass alle eine Chance haben. Ohne ABER.