04.04.2020
Wort zum Sonntag, Herzberg

Misericordias Domini, 26. April 2020
Andacht zu 1.Petrus 2,21b-25

https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/70/20000/20000/

Liebe Leser,

in seiner Ballade „Die Bürgschaft“ erzählt Friedrich Schiller von einer erstaunlichen Freundschaft. Da ist einer bereit, anstelle seines Freundes Möros zu sterben, sollte der nicht innerhalb dreier Tage von der Hochzeit der Schwester zurück sein in Syrakus. Möros bricht rechtzeitig auf, doch ein Wolkenbruch reißt die so wichtige Straßenbrücke weg und als es ihm gelingt den Fluss zu durchschwimmen wird er von Räubern überfallen. Er setzt sich erfolgreich gegen sie zur Wehr und eilt weiter. So sehr er sich auch beeilt, er hat bisher viel kostbare Zeit verloren. Es ist schon Abend, als er die Zinnen der Stadt sieht. Kann er den Freund noch retten. Reicht die Zeit noch? Als er an seinem Haus vorbei kommt, rät ihm der Hausdiener wenigstens das eigene Leben in Sicherheit zu bringen, denn für den Freund ist es ohnehin zu spät. Möros gibt, entgegen aller Vernunft,  nicht auf, eilt mit aller Kraft weiter und kann den Freund noch retten. Sogar der tyrranische Herrscher Dionys ist tief beeindruckt. So etwas hat er nicht für möglich gehalten.

Halten wir es für möglich, dass sich jemand für eine jede und einen jeden von uns voll einsetzt? Unser Predigttext gebraucht das Bild vom Guten Hirten. Der Hirte sorgt mit aller Kraft und Liebe für seine Schafe. Das sind sie ihm wert. Er sorgt dafür, dass sie alles haben, was sie zum Leben brauchen.
Sie brauchen ihm nur zu folgen. Wenn das nur so einfach wäre. Für den 1. Petrusbrief ist es das im Grunde auch. Schafe verirren sich und uns Menschen geht es genauso. Wir müssen uns immer wieder neu orientieren. Wo bin ich gerade. Ist mein Weg richtig? Komm, sagt der Gute Hirte, ich nehme dich mit auf neue Wege. Was du dafür brauchst, dafür sorge ich.
Sich jemandem anzuvertrauen ist ein Wagnis. Die Verse 21 bis 24 unseres Predigttextes unterstreichen die Standhaftigkeit und die Glaubwürdigkeit dieses Guten Hirten. Im Vers 25 geht der Petrusbrief davon aus, dass die Suchenden bereits umgekehrt sind zu dem Guten Hirten. Er ist der wahre Seelsorger. Das ist das Wagnis ihm zu folgen auf jeden Fall wert.

Es grüßt sie herzlich
Ihr Pfarrer Andreas Fritsch

 

Gebet
Du guter Hirte, Jesus Christus.
Sind wir wie irrende Schafe?
Wir sehnen uns danach,
den Weg zu kennen.
Du weißt ihn.
Zeig uns den Weg.
Zeig ihn denen,
die uns regieren,
die über uns bestimmen,
die unser Wohl wollen.
Du guter Hirte,
suchst du uns?
Bringe uns auf den richtigen Weg.
Erbarme dich.

Dir vertrauen wir,
denn du bist bei uns,
bei dir wird uns nichts mangeln.
Tröstest du uns?
Bereite uns den Tisch und bleib bei uns.
Erbarme dich,
heute und alle Tage.

 

Amen.

https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php?litDay=34#archiv




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