31.07.2026
Mitten im Sommer

Ein Wort, das gut in diese Sommerzeit passt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Die Losung für August lädt dazu ein, mitten in den Ferien neu auf das zu schauen, was das Leben reich macht.

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Johannes 10,10)

Mitten in den Sommerferien wirkt vieles anders. Auf den Straßen ist es etwas ruhiger, Schulranzen stehen in der Ecke und viele Menschen sind unterwegs: ans Meer, in die Berge, auf den Campingplatz oder zu Familie und Freunden. Andere genießen die freie Zeit ganz bewusst zu Hause, lesen ein gutes Buch im Garten, unternehmen Radtouren oder freuen sich über lange Abende im Freien. Der Sommer schenkt uns eine Pause vom Gewohnten. Für viele ist sie längst überfällig. Der Alltag verlangt oft viel von uns: Termine, Arbeit, Verpflichtungen und Nachrichten, die uns ständig erreichen. Umso wertvoller sind Tage, an denen wir nicht ständig auf die Uhr schauen müssen. Tage, an denen Zeit plötzlich wieder weit wirkt. Gerade dann fällt auf, wie viele schöne Dinge im Alltag oft übersehen werden. Ein Sonnenaufgang, der den Himmel in warme Farben taucht. Das Summen der Bienen zwischen den Blumen. Kinder, die unbeschwert im Wasser spielen. Ein Eis auf dem Marktplatz, ein Gespräch, das viel länger dauert als geplant, oder ein Abend, an dem niemand es eilig hat. Solche Momente sind klein und unscheinbar und doch bleiben sie oft lange in Erinnerung.

In diese Sommerzeit hinein spricht Jesus die Worte: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Auf den ersten Blick klingt das nach einem großen Versprechen. Doch Jesus spricht nicht von einem Leben ohne Schwierigkeiten. Auch in den Ferien verschwinden Sorgen nicht einfach. Manche können in diesem Jahr nicht verreisen. Andere denken an einen Menschen, der fehlt, kämpfen mit einer Krankheit oder blicken mit Unsicherheit auf das, was nach dem Sommer kommt. Das Leben bleibt das Leben mit allem, was dazugehört. Die Fülle, von der Jesus spricht, ist deshalb etwas anderes. Sie entsteht nicht dadurch, dass alles perfekt ist. Sie wächst dort, wo wir Vertrauen finden. Wo wir uns getragen wissen. Wo wir merken, dass unser Wert nicht davon abhängt, wie viel wir schaffen oder leisten. Gott schenkt Leben nicht erst dann, wenn alles gelingt. Er begleitet uns mitten in unserem Alltag, an den leichten und an den schweren Tagen.

Vielleicht helfen gerade die Ferien dabei, diesen Gedanken wiederzuentdecken. Wenn der Kalender einmal nicht jeden Tag bestimmt. Wenn wir unterwegs sind und neue Landschaften sehen oder die vertraute Umgebung mit anderen Augen wahrnehmen. Wenn wir Zeit für Menschen haben, die uns wichtig sind. Oder wenn wir einfach für einen Moment still werden. Manchmal sind es gerade diese Augenblicke, in denen wir etwas von Gottes Nähe spüren. Nicht spektakulär und laut, sondern ganz unscheinbar. Im Wind, der durch die Bäume streicht. Im Blick über einen See. Im Klang der Kirchenglocken eines fremden Ortes. Im Lächeln eines Menschen oder in einem guten Gespräch am Abend. Wer in den Ferien unterwegs ist, entdeckt oft auch offene Kirchen. Sie laden ein, für einen Moment einzutreten, aus der Sonne in die Kühle des Kirchenraums, aus der Hektik in die Stille. Manchmal genügt es, einen Augenblick zu verweilen, tief durchzuatmen und sich daran zu erinnern, dass Gott mitgeht. Nicht nur im Urlaub, sondern auf allen Wegen unseres Lebens. Vielleicht nehmen wir aus diesem Sommer nicht nur schöne Fotos oder kleine Erinnerungsstücke mit nach Hause. Vielleicht nehmen wir auch die Erfahrung mit, dass das Leben mehr ist als Termine und To-do-Listen. Dass es gut tut, Zeit miteinander zu teilen, dankbar zu sein und sich immer wieder neu für das zu öffnen, was Gott uns schenkt.

So wünschen wir Ihnen weiterhin erholsame Ferientage, viele Begegnungen, die guttun, und Momente der Ruhe. Möge Gottes Segen Sie begleiten: auf Reisen, zu Hause und überall dort, wo Sie in diesem Sommer etwas von der Fülle des Lebens entdecken.